Förmlichkeit am Arbeitsplatz? Deutsche duzen lieber als siezen!

Über 70 Prozent der Werktätigen duzen ihre Kollegen. Knapp ein Viertel der Berufstätigen nutzt unterschiedliche Anreden.

Düsseldorf, April 2016

Du, Herr Kollege - in Deutschlands Büros dominiert das "Du"

Von wegen distanzierte Deutsche: Das Duzen am Arbeitsplatz ist längst Normalität in Deutschland.

Rund 70 Prozent der Werktätigen Duzen ihre Kollegen. Das ergab eine repräsentative Befragung von Indeed, der weltweit größten Jobseite, unter 1.137 Arbeitnehmern.

Ein weiteres Viertel der Berufstätigen nutzt unterschiedliche Anreden für Kollegen. Das Du wechselt sich mit dem Sie ab - je nachdem, mit wem man spricht. Lediglich 3,8 Prozent der Befragten Siezen alle Kollegen. In etwa der Hälfte der deutschen Unternehmen entscheidet die Hierarchiestufe über Du oder Sie, für den Chef gilt also unter Umständen eine andere Anredeform.

Der weitaus größte Teil der Arbeitnehmer - rund 90 Prozent - ist mit der Handhabung der Anrede im eigenen Unternehmen zufrieden.

"Du oder Sie ist ein Ausdruck der gelebten Unternehmenskultur. Unternehmen tun gut daran, das nicht zu überregulieren. Das ist auch gar nicht nötig, wie die Werte zur Zufriedenheit der Mitarbeiter zeigen", so Frank Hensgens, Geschäftsführer von Indeed Deutschland. Allerdings rät er gerade Führungskräften zur Stringenz. "Wer bei der Dienstreise in die USA für die eigenen Mitarbeiter aufgrund der dortigen Umgangsformen im Gespräch mit Amerikanern der Frank ist, kann nicht nach der Rückkehr nach Deutschland wieder auf das formelle "Herr Hensgens" bestehen."

Vollständige Ergebnisse der Befragung:

  • Ich bin mit meinen Kollegen per Du: 70,4%
  • Ich bin mit meinen Kollegen per Sie: 3,8%
  • Die Anrede mit meinen Kollegen wechselt: 13,1%
  • Ja, die Anrede unterscheidet sich nach Karriere/Hierarchiestufe: 47,6%
  • Nein, die Anrede ist bei uns für alle gleich: 52,4%
  • Die derzeitige Praxis der Anrede in unserem Unternehmen gefällt mir: 90,6%
  • Die derzeitige Praxis der Anrede in unserem Unternehmen gefällt mir nicht: 9,4%

    (ots)