Continental AG : Tipps zur Bewerbung und Karriere

Karrierefragen zu Bewerbung, Karriere und Studienzeit für Studenten und Absolventen

Was würden Sie Studenten für die Gestaltung ihrer Studienzeit raten? Worauf kommt es wirklich an?

Ich gebe Praktikanten immer mit auf dem Weg, dass Sie die Studienzeit effektiv nutzen sollen. Dazu gehört auch, mal einen Blick über den Tellerrand zu werfen. Es ist bspw. von Vorteil, wenn Studierende auch Vorlesungen anderer Fakultäten besuchen, um ihren Horizont zu erweitern. Viele Jungakademiker sind unglaublich spezialisiert, zeigen aber wenig Interesse für Inhalte abseits ihres Spezialgebiets. Ganz wichtig: Studierende sollten versuchen, möglichst viele qualifizierte Praktika zu absolvieren und auch Erfahrungen im Ausland sammeln. Eine geringfügig längere Studiendauer ist in solchen Fällen nicht problematisch. Dennoch sollte das Studium natürlich nicht unnötig in die Länge gezogen werden. Es ist entscheidend, das richtige Maß zu finden. Auch außeruniversitäres Engagement ist uns sehr wichtig. Zu denken ist bspw. an aktive Mitarbeit in Studentenorganisationen oder auch Aktivitäten wie der Formula Student, bei der Studenten aller Fachrichtungen gemeinsam einen einsitzigen Rennwagen konstruieren. Denn: Durch die dort gesammelten Erfahrungen wird das Projektmanagement erlebbar gemacht und die eigenen, wichtigen Sozialkompetenzen, wie Teamfähigkeit und Konfliktmanagement, werden gestärkt.

So abgedroschen dieser Satz auch klingen mag: Nie wieder wird man so viel freie Zeit haben wie während des Studiums –nutzen Sie diese Zeit! Ich rate den Studierenden deshalb nicht nur ihre eigenen Vorlesungen zu besuchen, sondern auch einmal über den Tellerrand hinaus zu gucken. Dabei denke ich an Vorlesungen anderer Fakultäten, Spezialisierungsvorträge oder Beiträge von Gastreferenten. Außerdem sollte man trotz eines engen Zeitplans mindestens zwei Praktika absolvieren. Denn: Praktische Erfahrungen werden Ihnen den Einstieg ins Berufsleben erheblich erleichtern. Auch auf die internationale Ausrichtung der Karriere kommt es an: Ein Auslandsemester oder –praktikum, gerne auch in einem exotischerem Land als den USA oder Großbritannien, empfehle ich genauso wie die Tätigkeit in einer außeruniversitären Organisation, wie Bonding oder AIESEC.

Wenn mich die Praktikanten hier bei Continental nach Tipps zu ihren Berufsweg fragen, gebe ich ihnen immer den Ratschlag, die Studienzeit zu nutzen, um einen Blick über den Tellerrand zu wagen. Dabei sollte so viele Praxis- und Auslandserfahrung wie möglich gesammelt werden, ohne unnötig das Studium in die Länge zu ziehen. Ein weiterer wichtiger Punkt, seine Karriere aktiv in die Hand zu nehmen, ist das Mitwirken in Studentenorganisationen. Hier wird durch die Mitarbeit das Projekt-Management erlebbar gemacht und zudem die eigenen Sozialkompetenzen wie Teamerfahrung und Konfliktmanagement gefördert. Dies schafft auch eine persönlichere Basis zu Professoren und Dozenten, da bei vielen Projekten mit ihnen zusammen gearbeitet wird. Studierende sollten generell keine Scheu haben, Professoren bei akuten Problemen und Fragestellungen auch außerhalb der Sprechstunde anzusprechen.



Wie beurteilen Sie einen Anruf vor der Bewerbung und außergewöhnliche Bewerbungen?

Generell denke ich, dass das Bewerbungsverfahren von Branche zu Branche und von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich gehandhabt wird. Um den Gegensatz aufzuzeigen, nehme man nur die Beispiele Werbeagentur und Wirtschaftsprüfungs-unternehmen. Zudem tendieren Großunternehmen immer stärker zu Onlinebewerbungen, die zwar die Umwelt und Kosten entlasten, aber die eigene gestalterische Freiheit weiter einschränken. Eine erste telefonische Kontaktaufnahme sollte auf jeden Fall stattfinden, sofern eine Telefonnummer aufgeführt angegeben ist. Dabei sollte von weitschweifenden Gesprächen und täglichem Nachfassen abgesehen werden. Kurz und knapp sollte der Bewerber sein Anliegen vorbringen, sei es konkret zur Stelle oder einfach nur um nachzuhören, ob das eigene Profil zur ausgeschriebenen Position passt.


Welche Kenntnisse und Eigenschaften vermissen Sie bei den heutigen Berufsanfängern?

Ich bin überrascht, dass eine Vielzahl der Studierenden weder über praktische Erfahrungen verfügt, noch Auslandserfahrungen gesammelt hat. Besonders die häufigen Defizite im Englischen sind, insbesondere für die Arbeit in einem international agierenden Konzern wie Continental, problematisch. Ich kann daher nur raten, sich Zeit für derartige Erfahrungen zu nehmen. Eine etwas längere Studienzeit ist deswegen auch kein Problem. Wir sehen Praxis- und Auslandsphasen als persönliche und berufliche Weiterbildung an, da die Studierenden dadurch besonders so genannte Soft Skills, wie Team- und Kommunikationsfähigkeit sowie interkulturelle Kompetenz, erwerben können. Zudem zeigt der Student seinem zukünftigen Arbeitgeber, dass er sich flexibel auf bestimmte und neue, externe Einflüsse einstellen kann. Denn: Flexibilität ist für die Arbeit bei Continental ein ganz zentraler Faktor.

Es verwundert mich immer wieder, dass bei uns noch immer Bewerbungen eintreffen, die weder Praktikum noch Auslandsaufenthalt enthalten. Das Studium bietet die Möglichkeit, etwas auszuprobieren, was im späteren Berufsleben nicht in dieser Art möglich ist. Insbesondere bei den Englischkenntnissen weisen viele Bewerber Defizite auf. Ein Bewerber hat bei uns auch keine Nachteile, wenn sein Studium durch solch einen Aufenthalt etwas länger dauert. Ich sehe Praxis- und Auslandsphasen als persönliche und berufliche Weiterbildung an, da die Studierenden ihre Teamfähigkeit ausbauen können und sich somit leichter tun, in Gruppen zu organisieren. Zudem wird dem Arbeitgeber verdeutlicht, dass der Bewerber sich flexibel auf bestimmte Situationen und neue, externe Einflüsse einstellen kann. Leider muss ich vermehrt feststellen, dass bei vielen Bewerbungen, die hier bei Continental eingehen, Flexibilität nicht mehr die Relevanz besitzt, wie es in einem globalen agierenden Unternehmen notwendig ist.


Welchen Stellenwert hat die Abschlussnote im Studium eines Bewerbers für Sie?

Sicherlich ist die Studienabschlussnote eines Bewerbers ein wichtiges Kriterium bei der Bewertung der Bewerbung. Allerdings legen wir größeren Wert darauf, dass junge Akademiker schon während des Studiums Praktika absolviert haben – gern auch bei Continental. Denn: Wir bieten an allen weltweiten Standorten Möglichkeiten zu Praktika und Tätigkeiten als Werksstudent. Generell ist es uns wichtig, dass die Persönlichkeit des Bewerbers zu unserem Unternehmen passt.


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